Kampfhunde

Hunde, die für Tierkämpfe ausgebildet und eingesetzt werden, bezeichnet man als "Kampfhunde". Hierbei wird keine bestimmte Hunderasse bezeichnet, sondern lediglich das Einsatzgebiet.

In den meisten Ländern sind Hundekämpfe verboten, finden aber mancherorts dennoch statt. Folgende Hunderassen werden trotzdem als "Kampfhunde" bezeichnet:

Da einige Hunderassen je nach Bundesland als gefährlich eingestuft werden, wird für diese sogenannten "Kampfhunde" eine erhöhte Hundesteuer erhoben oder es gelten besondere Voraussetzungen für die Haltung.

Seit einigen Jahren wird vermehrt über die sogenannten Kampfhunderassen und ihre behauptete Gefährlichkeit für Mensch und Tier diskutiert. Das größte Problem in diesem Zusammenhang stellt die Sensationspresse dar, die jeden Vorfall um "Kampfhunde" aufgreift und aufbauscht.

Es ist unumstritten, dass es auch zu bösartigen Beißvorfällen mit sogenannten "Kampfhunden" kommt, aber was häufig nicht in den Medien zu hören ist, dass es genauso häufige oder noch mehr Unfälle mit "normalen" Hunderassen gibt, jedoch diese für die Schlagzeilen der Medien keine entsprechend hohe Priorität besitzen. Das einprägsame Wort "Kampfhunde" verkauft sich ganz einfach besser.

Sicherlich ist jeder Beißvorfall zuviel, aber seriöse Verhaltensforschungen haben schon lange erwiesen, dass die Gefährlichkeit eines Hundes nicht von der Rasse, sondern von der Aufzucht, der Sozialisierung sowie ganz besonders vom Hundehalter abhängt.

Züchter von "Kampfhunden" können auf Verhaltensmerkmale bei der Aufzucht von Jungtieren Einfluss nehmen. Bedenklich ist insbesondere ein Züchten von angriffsfreudigen Tieren für illegale Kämpfe untereinander.

Entscheidend ist immer die Frage, ob die "Kampfhunde" im ersten Lebensabschnitt Gelegenheit hatten zum Menschen als Partner Vertrauen zu gewinnen oder ob sie die früh lernen mussten, sich gegen den Menschen zu wehren.

Kein Hund wird als „Kampfhund“ geboren, was aber nicht ausschließt, dass der Hundehalter den Hund selbst zum Kampfzweck gegen Mensch oder Tier bewusst oder unbewusst konditioniert. Damit können wir das Wort „Kampfhund“ als Unwort deklarieren, das die Presse medienwirksam eingesetzt hat.

Das Ziel der Länder-Hundeverordnung zu "Kampfhunden" sowie des Gesetzes zur Bekämpfung gefährlicher Hunde ist mit der Reduzierung der Kampfhunderassen verbunden, denen eine spezielle Gefährlichkeit zuerkannt wird. Im Mittelpunkt steht die Verbesserung der Sicherheit der Bevölkerung, da speziellen Rassen von "Kampfhunden" eine erhöhte Aggressionsbereitschaft verbunden mit einer starken Beißkraft zugewiesen wird.



Wie gehen unsere Nachbarn in Europa mit dem Thema "Kampfhunde" um

In Dänemark soll als Übergangslösung bis zum natürlichen Ableben des "Kampfhundes" eine strenge Leinen- und Maulkorbpflicht gelten. Zusätzlich sollen Einschläferungen für "Kampfhunde" erleichtert und die Fortpflanzung der "Kampfhunde" per Kastration verhindert werden. Der von der Kopenhagener Regierung eingesetzter "Hundeausschuss" hatte dem Justizministerium einen entsprechenden Vorschlag gemacht. In dem Ausschuss hatten sich die Interessenvertreter eines Verbots der "Kampfhunde" gegenüber jenen durchgesetzt, die sich auf eine allgemeinen Leinen- und Maulkorbpflicht festlegen wollten. Der zuständige Minister gab der Nachrichtenagentur das Statement, dass er mit einer breiten Mehrheit für das Verbot der "Kampfhunde" im Parlament rechne.

In Österreich gilt der Hundeführerschein für "Kampfhunde"" bzw. "Listenhunde". Aufgrund zahlreicher schwerwiegender Ereignisse in den letzten Jahren, bei denen Personen von Hunden angegriffen und schwer verletzt wurden, wurde in Wien abgestimmt und mit 1. Juli 2010 der Hundeführerschein für „Kampfhunde“ eingeführt. Es geht bei dem Hundeführerschein darum, dass Halter von bestimmten Hunderassen gemeinsam mit ihren Tieren eine Prüfung ablegen müssen und dass Gewaltstraftäter sowie Personen unter 16 Jahren keine „Kampfhunde“ in der Stadt Wien ausführen dürfen. Touristen, welche die Stadt Wien besuchen und die „Kampfhunde“ mit sich führen, müssen diese mit einen Maulkorb ausstatten.